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Eindrücke, die in Erinnerung bleiben

Eindrücke, die in Erinnerung bleiben

Ein Beitrag von Berta Grote (Q2):

Studienfahrt nach Auschwitz vom 12.06. – 17.06.2022 

Die Auschwitz-Studienfahrt: „Eine großartige, spannende und interessante, aber vor allem erschreckende Erfahrung, die viel Bedrückendes und etwas Surreales mit sich bringt“.    

Am ersten Tag, dem Montagmorgen, traf unsere Gruppe, insgesamt 20 SchülerInnen des THG Waltrop und der Gesamtschule Gartenstadt Dortmund, in Begleitung zweier Lehrkräfte des THG, Frau Becker und Herrn Wewel, einer Lehrkraft der Gesamtschule, Frau Özyürek, und einem Begleiter der Auslandsgesellschaft e.V., Herrn Krenczer, im Gästehaus ein. Wir hatten den Vormittag über Zeit, unsere Zimmer zu beziehen und machten anschließend alle gemeinsam einen Spaziergang in den Ort Oświęcim, um den wirklich hübschen, aber kleinen Stadtkern mal gesehen zu haben, unsere Euros in Złoty umzutauschen oder ein Eis zu essen. Am Nachmittag folgte der erste Workshop zur Einführung in das eigentliche Thema der Fahrt mit einem Überblick über die NS-Zeit in Deutschland zwischen 1933 und 1945 sowie über die verschiedenen Etappen des Völkermordes an den Juden innerhalb Europas anhand eines Zeitstrahls erarbeitet und anschließend Überlegungen angestellt, mit welchen Mitteln sich die Wiederholung eines solchen Verbrechens in der heutigen Gesellschaft vermeiden ließe.  

Der Dienstag begann für uns sehr früh und wir machten uns auf den Weg in das Konzentrations- bzw. Arbeitslager Auschwitz l, wo wir einerseits das Gelände besuchten, aber andererseits auch viele Gebäude betreten konnten, um uns meist originale, teils nachgestellte oder aber fotografische Ausstellungsstücke anzusehen. Die Tour, an der wir teilnahmen, wurde von einer freundlichen Guidin begleitet, die viel und ausführlich zu erzählen wusste und uns durch persönliche Geschichten einiger Häftlinge einen umfassenden Einblick in Leben, Arbeit und Tod im Konzentrationslager verschaffen konnte. Für viele war dieser Besuch in der anschließenden Reflexionsrunde eine erschütternde und schwierige Erfahrung, die aber dennoch immer als wichtig und prägend wahrgenommen wurde. Aufgrund der Pausen zwischen und nach den Aktionen hatten wir die Möglichkeit, freie Zeit zu genießen. Am Abend war es uns freigestellt, gemeinsam mit unseren Lehrkräften Schindlers Liste zu schauen oder eigenständige Pläne zu verfolgen. Somit hatten wir nach den nachwirkenden Eindrücken genug Zeit, uns ein wenig davon zu distanzieren und auszuruhen.  

Am dritten Tag ging es abermals früh los und zwar diesmal mit dem Bus ins Konzentrations- und Vernichtungslager Birkenau oder Auschwitz ll. Ausmaß und Größe des Geländes wurden Vielen erst hier bewusst und die Besuche in den Baracken führten uns noch einmal die schrecklichen, erniedrigenden und menschenunwürdigen Lebensumstände der Häftlinge vor Augen. Die gleichen Wege zu gehen wie die ehemaligen Insassen des Konzentrationslagers, die Ruinen der Gaskammern zu sehen und am Vortag sogar eine betreten zu haben und die viele Fotografien unzähliger Menschen bei der Arbeit berührten die meisten sehr und selbst, wenn es nach wie vor schwierig war, sich all das in der Realität vorzustellen, bereicherte uns diese Erfahrung ungemein und half, sich diesem komplexen Thema zu nähern. Am Nachmittag folgte abermals eine Reflexionsrunde, diesmal darüber, welcher Besuch uns wichtiger und eindrucksvoller erschienen war und ob es einen Wandel in unserer Gefühlslage gegeben habe.   

Der Donnerstag begann am Morgen mit einem Workshop zu verschiedenen Formen der Diskriminierung wie Antisemitismus, Rassismus, Intersektionalität oder Ableismus und endete mit einem sog. Museumsrundgang – der Präsentation unterschiedlicher Plakate zu diesem Thema. Darauf folgte unser Ausflug nach Krakau, auf Polnisch Kraków, mit dem Besuch einer Synagoge, eines jüdischen Friedhofs und einer Führung durch das jüdische Viertel Kazimierz. Bis zum frühen Abend hatten wir Zeit, um die Stadt selbst zu erkunden, durch Geschäfte zu bummeln und das Stadtzentrum bzw. den riesigen, von Altbauten umgebenen Marktplatz zu bewundern. Am Abend trafen wir uns wieder im jüdischen Viertel, um dort in einem Restaurant, dem „Klezmer Hois“, zu Abend zu essen und live Klezmer Musik mit jiddischem Gesang zu lauschen.Insgesamt herrschte in dem Restaurant eine sehr angenehme Atmosphäre und wir begaben uns erst relativ spät auf den Rückweg in unsere Unterkunft.  

Der letzte Tag begann mit einem Workshop bestehend aus dem Kurzfilm MaselTov Cocktailzum Thema Antisemitismus im Alltag eines jüdischen Jugendlichen, einer Figurenbeschreibung und der Reflexion über eigenes Verhalten im Umgang mit antisemitischen Äußerungen und Handlungen. Auf der Rückfahrt erwartete uns ein längerer Zwischenstopp in der Stadt Breslau, Wrocław auf Polnisch, die wir ähnlich wie Krakau für uns entdecken konnten. Am nächsten Morgen standen wir wieder in Waltrop am THG.   

Die Fahrt und vor allem die erlangten Eindrücke werden uns vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben, da wir auf dieser Fahrt einiges dazugelernt haben über die deutsche Vergangenheit, aber auch über uns selbst.  

 

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