Wissenschaft, die hilft: Forscherin aus Madagaskar zu Gast im Biologieunterricht

Besonderer Besuch für unseren Biologiekurs der Jahrgangsstufe 10: Die Chemieprofessorin Claudine Aimée Rasolohery aus Madagaskar zeigte am 30.10.26, wie Naturwissenschaft dazu beitragen kann, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern.

Einen spannenden Einblick in Forschung und Alltag eines der ärmsten Länder der Welt erhielt unser Biologiekurs der Jahrgangsstufe 10. Zu Gast war Schwester Claudine Aimée Rasolohery, eine 62-jährige Ordensfrau, Chemieprofessorin und Forscherin aus Madagaskar, die ihr Wissen seit vielen Jahren in den Dienst der Bevölkerung ihrer Heimat stellt.

Forschung, die bei den Menschen ansetzt

Am Anfang ihrer Arbeit stand keine Laborfrage, sondern eine gesellschaftliche: Welche Krankheiten treffen die arme Bevölkerung besonders, und wofür kann sie sich keine Behandlung leisten? In Madagaskar sind Lebererkrankungen wie Hepatitis weit verbreitet, importierte Medikamente für viele Menschen jedoch unbezahlbar. Schwester Claudine suchte deshalb gezielt nach heimischen Heilpflanzen mit geeigneten Wirkstoffen und entwickelte daraus ein bezahlbares Präparat. Für unsere Schülerinnen und Schüler war das ein anschauliches Beispiel dafür, wie Biologie und Chemie zusammenwirken, von der Pflanze über die Wirkstoffforschung bis zur Anwendung.

Gesundheit, Ernährung und Arbeit

Ihr Engagement reicht weit über das Labor hinaus. Rund um die Forschung sind Arbeitsplätze für etwa 200 Menschen entstanden, die die Pflanzen anbauen, ernten und verarbeiten. Auf einer Farm bei Moramanga werden außerdem Obst, Gemüse und Gewürze angebaut, eine kleine Fischzucht ergänzt das Projekt. So verbindet die Arbeit medizinische Versorgung, Ernährungssicherheit und Einkommen für die Menschen vor Ort, und die Wertschöpfung bleibt im eigenen Land.

Viele Fragen, neue Perspektiven

Unsere Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und stellten viele Fragen: zu den Lebensbedingungen in Madagaskar, zum Zugang zu medizinischer Versorgung und dazu, wie Forschung in einem Land mit wenigen Ressourcen überhaupt möglich ist. Deutlich wurde dabei, wie ungleich Gesundheitschancen weltweit verteilt sind und welchen Unterschied lokale, angepasste Lösungen machen können.

Für ihre Forschung und ihr Engagement wurde Schwester Claudine bereits mehrfach ausgezeichnet. Für unseren Kurs war ihr Besuch eine eindrucksvolle Erfahrung, die gezeigt hat, dass Naturwissenschaft nicht im Lehrbuch endet, sondern ganz konkret das Leben anderer Menschen verbessern kann.

Zurück