Gedenkstättenfahrt Auschwitz 2026

Kurz vor den Sommerferien nahmen 22 Schülerinnen und Schüler des THG an einer mehrtägigen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz teil. Die Fahrt wurde vom IBB Dortmund geplant und organisiert und aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Unser herzlicher Dank gilt der Volksbank Waltrop, dem Rotary Club Datteln-Lippe, dem Lions Club Datteln-Waltrop und der Axel Springer Stiftung, ohne deren Unterstützung diese Fahrt so nicht möglich gewesen wäre. Ein besonderer Dank gilt Judith Prinz vom Leibniz-Gymnasium Dortmund, die die Fahrt gemeinsam mit vier Schülerinnen und Schülern ihrer Schule begleitet hat.

Im Folgenden veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der Waltroper Zeitung den Bericht von Johannes Kreuels über die Fahrt.

„Hat uns alle ziemlich mitgenommen“ THG-Schüler über Besuch der Auschwitz-Gedenkstätte

22 Schülerinnen und Schüler des THG Waltrop besuchten die Gedenkstätte in Auschwitz. Der Ort machte für sie greifbar, was im Unterricht oft abstrakt bleibt.

Im Unterricht ist Auschwitz für viele Schülerinnen und Schüler ein Thema aus Texten, Bildern und Dokumentationen. Für 22 Jugendliche des Theodor-Heuss-Gymnasiums Waltrop und vier Schüler des Leibniz Gymnasiums in Dortmund ist daraus Anfang Juli ein konkreter Ort geworden. Sie besuchten das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und setzten sich dort mit der Geschichte des Holocausts auseinander.
Begleitet wurde die Fahrt unter anderem von THG-Lehrerin Stefanie Becker. Geplant wurde sie durch das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund.

Im Gespräch nach der Rückkehr wird deutlich, wie sehr der Besuch nachwirkt. Schon vor der Fahrt seien die Gefühle gemischt gewesen, sagt Sara Halilović, Schülerin der Jahrgangsstufe 12. Manche hätten Auschwitz vorher vor allem aus dem Unterricht gekannt. „Was man sich darunter vorstellt, ist generell was anderes“, sagt sie. Vor Ort habe man schnell einen Stimmungswandel in der Gruppe bemerkt.

Sophie Rennebaum, ebenfalls Schülerin des Gymnasiums, beschreibt den Unterschied zum Unterricht so: Dort bleibe vieles theoretisch. Man lese Texte und sehe Bilder. In Auschwitz sei das anders gewesen. „Man sieht Gesichter, man sieht Namen, man sieht persönliche Gegenstände. Das ist viel greifbarer.“

Besonders eindrücklich waren für die Jugendlichen einzelne Orte und Ausstellungen. Ein Raum mit den Haaren der Ermordeten sei vielen Schülern in Erinnerung geblieben. Auch die schiere Größe des ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau habe sie beeindruckt. Man laufe lange über das Gelände und könne trotzdem kaum begreifen, wie viele Menschen dort gestorben seien.
Kinderzeichnungen, die in der Gedenkstätte ausgestellt sind, hätten sie länger beschäftigt. Statt unbeschwerter Motive seien dort Bilder von Gewalt und Tod zu sehen gewesen. „Das hat uns, glaube ich, alle ziemlich mitgenommen“, erzählt Sara Halilović.

Gemeinschaft wird gestärkt

Für die Jugendlichen hat der Besuch auch eine aktuelle Bedeutung. Gerade angesichts rechter Parolen, Hass und Verharmlosungen in sozialen Medien sei es wichtig, sich mit Auschwitz auseinanderzusetzen, sagt Sophie Rennebaum. „Es hat ja nicht mit Vernichtung und Diskriminierung angefangen, sondern mit Hass und Ausgrenzung.“

Lehrerin Stefanie Becker sieht darin einen zentralen Punkt der Fahrt. In Auschwitz werde deutlich, dass die Täter keine „Monster“ gewesen seien, sondern Menschen in einem System, das eine solche Maschinerie möglich gemacht habe. Deshalb sei es wichtig, aus der Geschichte Verantwortung für die Gegenwart abzuleiten.
Ob solche Fahrten verpflichtend sein sollten, sehen die Schülerinnen differenziert. Möglichst viele Jugendliche sollten die Chance bekommen, sagen sie. Eine Pflicht könne aber schwierig sein, wenn jemand sich innerlich nicht darauf einlasse. Entscheidend sei, dass der Besuch ernst genommen werde.
Für Becker ist die Fahrt auch deshalb wertvoll, weil sie Gemeinschaft schafft. Die Schülerinnen und Schüler hätten eine Erfahrung geteilt, auf die sie sich später beziehen könnten. Ihr Wunsch ist, dass solche Gedenkstättenfahrten für Schulen weiter möglich bleiben.

22 Schülerinnen und Schüler des THG Waltrop besuchten die Gedenkstätte in Auschwitz. Der Ort machte für sie greifbar, was im Unterricht oft abstrakt bleibt.

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