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Beim Gurkensohn sind viele „lost“

Beim Gurkensohn sind viele „lost“

Ein Beitrag aus der Waltroper Zeitung:

Am THG wollten Schülerinnen wissen, was dort das Jugendwort des Jahres ist. Die Abstimmung brachte interessante Erkenntnisse.

Das Jugendwort des Jahres lautet „lost“. Jedenfalls, wenn man die THG-Schüler fragt. Eine AG an der Schule hat genau das getan – und 629 Schüler beteiligten sich mit einer gültigen Stimme. Von den Fünftklässlern bis zur Oberstufe.

„Von mehr als 200 Vorschlägen, die die Schüler uns eingereicht haben, haben wir am Ende 15 zur Wahl gestellt“, sagt Lucy Bode-Schnurbus, die unter Anleitung von Deutsch-Referendar Denis Miezal gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Hannah Bönisch, Inga Humer und Viktoria Neuberger die Abstimmung organisiert hat.

In der Pausenhalle wurden jetzt unter großem Gejohle der Schüler die Sieger-Worte gekürt. Und der klare erste Preis geht eben an das englische Wort „lost“, was so viel mehr bedeuten kann als einfach nur „verloren“, was die Standard-Bedeutung ist. Die Schülerinnen liefern gleich Anwendungsbeispiele: „Ich bin lost“ kann heißen: „Ich habe keinen Plan“ oder „Ich bin verwirrt“ oder „Ich kann etwas nicht gut“ oder „Ich bin tollpatschig“. Alles Bedeutungen dieser vier Buchstaben, und offenbar geläufig bei Schülern von den Jüngsten bis zur Oberstufe. 133 Stimmen entfielen auf das Wort.

Die Idee hinter der Abstimmung: Der Langenscheidt-Verlag hatte sonst jedes Jahr ein „Jugendwort des Jahres“ gekürt, diesmal allerdings verzichtet. Also beschloss man, am THG selbst eines zu ermitteln – und zwar nicht, wie es beim „offiziellen“ Jugendwort lief, indem eine Jury aus Erwachsenen sich zusammensetzte. „Da kamen dann manchmal vermeintliche Jugendwörter des Jahres heraus, von denen wir noch nie gehört haben oder die wir nie benutzen würden“, sind sich die beteiligten 16- und 17-jährigen Schülerinnen einig. „Gammelfleischparty“ zum Beispiel, der Preisträger 2008. Damit bezeichnet man angeblich eine Party für Über-Dreißigjährige. Ganz abgesehen davon, dass die jungen Frauen dieses Wort nie verwendet haben – herabwürdigend ist es zudem. „Die Worte, die wir zur Wahl gestellt haben, sollten das ausdrücklich nicht sein“, sagt Schülerin Hannah Bönisch.

Wie die sozialen Medien die Jugendsprache prägen, kann man an den Ergebnissen der Abstimmung eindrucksvoll sehen. „Moin, servus, moin“ ist zum Beispiel eine Begrüßungsformel von einem gewissen „Gurkensohn“ auf der Bewegtbild-Plattform „Youtube“. Wer sich das noch nie angesehen hat, ist hier leider total „lost“.

Was den Schülerinnen noch aufgefallen ist: dass einige Begriffe wohl nur in bestimmten Altersgruppen bekannt sind. Beispiel? „Nudelkarpfen“, rufen sie wie aus einem Munde – ein Wort, das die Unterstufe vorgeschlagen hatte. Was das denn sein soll? „Keine Ahnung“, sagt Inga Humer. Obwohl das Abstimmungs-Team die Schüler extra noch gebeten hat, Begriffe zu erklären, die man sich nicht erschließen kann, sei da nichts gekommen.

Jedenfalls finden sich viele Anglizismen, also Wörter, die ursprünglich aus dem Englischen kommen, in der Jugendsprache, aber auch Reminiszenzen ans Türkische, besonders in der Unterstufe.

Die Schülerinnen fänden es interessant, was eine solche Abstimmung wohl an der Real- und der Gesamtschule ergäbe. Spricht man da wohl dieselbe (Jugend-)Sprache wie am THG? Und man könnte, überlegen die jungen Frauen, das Ergebnis der Abstimmung auch an den Langenscheidt-Verlag schicken. Nach dem Motto: „Schaut her, so reden junge Leute heute wirklich.“

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