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Rotary Jugendaustausch STEP 2019

Rotary Jugendaustausch STEP 2019

Ein Erfahrungsbericht von Erik Bierfreund:

STEP bedeutet“short term exchange program”. Es wird durchgeführt von Rotary International. Der Austausch dauert 6 Wochen, für diese Zeit in eine andere Kultur eintauchen, erscheint zwar eigentlich relativ kurz, trotzdem habe ich so viel erlebt, dass es bei weitem den Rahmen sprengt, alles hier aufzuschreiben. Eigentlich beginnt der Austausch schon mit der Suche nach einer geeigneten Gastfamilie und einem Autauschbruder.

Bei mir ist es schlussendlich Brasilien geworden. Am 24. Juli landete ich voller Vorfreude nach einem langen Flug in São Paulo, der größten Stadt Brasiliens, ganz Südamerikas und mit mehr als 21 Millionen eine der größten Metropolregionen der Welt.

Am Flughafen traf ich dann zum ersten Mal meine Gastfamilie, meine Gastmutter Mariana und meinen Gastbruder Fabricio, der im Dezember zu mir und damit auch ans THG kommen wird. Die Begrüßung war ganz herzlich und ich wurde herzlich von allen umarmt. Zuerst fuhren wir in das Appartement des Onkels meines Gastbruders, wo wir zwei weitere Tage verbrachten, bevor wir zum Haus meiner Gastfamilie in Presidente Prudente im Staat São Paulo fahren sollten.

Also hatten wir noch zwei Tage, in denen mir meine Gastgeber São Paulo, diese riesige Stadt mit einer für mich einfach nur unvorstellbaren Dimension, mit vollem Elan zeigten. Am nächsten Morgen besuchten wir das Fußball-Museum in São Paulo. Fußball ist ja der brasilianische Nationalsport und unheimlich wichtig für alle. Wie extrem wichtig, konnte ich das erste Mal dort im Fußball-Museum sehen. Auf einem Bildschirm lief eine Zusammenfassung des 7:1-Halbfinals von 2014 zwischen Deutschland und Brasilien und während ich triumphierend auf dieses aus deutscher Sicht wirklich unglaubliche Spiel schaute, standen neben mir zwei fremde erwachsene Männer. Unglaublich, sie brachen während dieser Bilder immer noch in Tränen aus. Ein Beweis dafür, welche emotionale Bedeutung Fußball in Brasilien hat.

Danach zeigten mir Mariana und Fabricio immer mehr von Sao Paulo, das ja auch das New York Südamerikas genannt wird. Schnell fiel mir aber ein anderer großer Unterschied zwischen Deutschland und Brasilien auf. Die Sicherheitsvorkehrungen waren unglaublich hoch: Vor jeder Shopping Mall standen bewaffnete Sicherheitsleute, was aber notwendig ist, um sich vor der unheimlich hohen Kriminalität im Land zu schützen. Ich persönlich habe mich aber trotzdem nie unsicher oder sonst etwas in diese Richtung gefühlt.

Nach zwei Tagen fuhren wir dann nach Hause, nach Presidente Prudente, einer Stadt mit 300.000 Einwohnern. Nach einer ungefähr sechsstündigen Autofahrt kamen wir an und ich lernte direkt die Großeltern meines Gastbruders beim Abendbrot kennen. Wieder erfuhr ich die unglaublich herzliche Gastfreundschaft und Freundlichkeit. Jeder versuchte mit Händen und Füßen mit mir zu sprechen.

Am nächsten Tag hatten mein Gastbruder und ich Schule. Das Colégio Átomo ist ein privates Gymnasium mit dem Schwerpunkt auf Naturwissenschaften. Dort angekommen musste ich erstmal viele Fragen beantworten. Jeder Klassenkamerad, egal ob Englisch sprechend oder doch nur Portugiesisch, wollte etwas über mich wissen und sich anfreunden. Generell sind so gut wie alle Leute in Brasilien total offen, herzlich und hilfsbereit. Im Unterricht war ich jedoch ein wenig verloren, viel verstehen konnte ich nicht, da ich ja vorher auch kein Wort Portugiesisch sprechen konnte. Eine große Hilfe hierbei war, dass nach zwei Tagen noch eine andere Austauschülerin in meine Klasse kam, ein Mädchen aus Kalifornien, welches mit Rotary ein Jahr in Prudente verbringen wird. Wir verbrachten also unsere Zeit im Unterricht gemeinsam damit, Portugiesisch zu lernen.

In meiner ersten Zeit, besonders am Wochenende, wurde ich erstmal der ganzen Familie vorgestellt. Beim gemeinsamen Sonntagsdinner wurde ich direkt in die Familie integriert und mir kam es so vor, als wäre ich schon immer dabeigewesen.

Nach einiger Zeit stand dann mein von Rotary organisierter Trip für alle deutschen Short Terms an, die in Brasilien waren. So traf ich 14 Austauschschüler zunächst in Rio de Janeiro und danach besuchten wir die riesigen Wasserfälle „Foz do iguacu“ an der Grenze zu Argentinien und Paraguay.

Es war eine unbeschreibliche Woche: vom Sonnenaufgang an der Copacabana, dem Besuch der Jesus Statue, einer Fahrt auf den Zuckerhut, einer Tour durch die historische Altstadt Rios und einem Spiel im Maracana Stadion bis hin zu den unglaublich beeindruckenden Iguacu-Wasserfällen.

Wieder zurück in Presidente Prudente verging die Zeit wie im Flug, ich erlebte noch viele tolle Dinge mit meiner Familie: Mir wurden die Farmen der Familie, die man in 8 Stunden mit dem Pferd nicht durchreiten kann, mit Rindern und vielem mehr gezeigt und Schwups – ehe man sich versah – waren wir wieder in São Paulo und verbrachten die letzten Tage bis zu meiner Abreise dort. Am Abend des ersten Septembers saß ich am Flughafen und musste mich von meiner Gastfamilie traurig verabschieden.

Zum Glück kommt mein Gastbruder Fabricio im Dezember zu mir. Ich hoffe, wir können ihm Deutschland und Europa ebenso näherbringen wie meine brasilianische Gastfamilie mir Brasilien. Eine Herausforderung! Ich habe jetzt schon wieder Sehnsucht nach Brasilien und nach all den fantastischen Leuten, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe.

Ich kann auch nur jedem empfehlen, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Tut es am besten mit dem Rotary Youth Exchange. Das Rotary-Austausch-Programm ist die größte nichtkommerzielle Austauschorganisation und die Verantwortlichen in den einzelnen Clubs freuen sich immer, wenn sie junge Leute in die weite Welt schicken können. Da alle ehrenamtlich hierfür arbeiten, ist es relativ preisgünstig und da Rotary weltweit vernetzt ist, ist jeder Austauschschüler sehr behütet und sofort integriert. Denn Rotary steht für die Freundschaft aller Völker: Rotary verbindet die Welt!

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal für die Unterstützung von Seiten der Schule, besonders von Frau Leukefeld und Frau Kröger, bedanken.

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